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Schülerfirma, Juniorfirma, Miniunternehmen, Schülerunternehmen

bei uns dreht sich alles um das Thema:

Schülerfirmen bzw. Juniorfirmen

Hier findet ihr Tipps zu Gründung, Förderung, Literatur u.v.m.
auch wenn unser Provider wieder bummelt (sonst könntet ihr dies nicht lesen)

DAS WARTEN LOHNT SICH!!!


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"Wir gründen eine Schülerfirma ... "
[Online-Version der gleichnamigen Print-Publikation der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung] [Druck-Version]

 
 
 
MIT WELCHEN RECHTLICHEN FRAGEN MÜSSEN WIR UNS BESCHÄFTIGEN ?
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  Ganz wichtig ist: Schülerfirmen sind Schulprojekte und keine realen Firmen!!

Grundvoraussetzung für die Gründung einer Schülerfirma ist die Anerkennung des Projektes als schulische Angelegenheit durch Euren Schulleiter. Alle Fragen, die die Rahmenbedingungen für der Arbeit eines Schülerunternehmens betreffen, z.B. die Nutzung von Räumen der Schule, können dann auf dieser Basis geklärt werden. Ihr solltet also Euren Schulleiter um ein Gespräch bitten und folgende Dinge besprechen: Ein Schülerunternehmen verfolgt in erster Linie ein pädagogisches Anliegen, das heißt, Ihr lernt dadurch Dinge, die für Euer späteres Leben sehr wichtig sind. Ein Schülerunternehmen bietet Möglichkeiten der Schülermitwirkung, und diese ist ein grundlegendes Prinzip der Schule. Sie fördert die Erziehung der Schüler zu Selbständigkeit und Verantwortungsbereitschaft und trägt damit zur Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrages der Schule gemäß § 1 Schulgesetz bei. Konntet Ihr Euren Schulleiter für Eure Idee gewinnen schließt am besten eine schriftliche Vereinbarung ab. Einen Beispielvertrag findet Ihr am Ende.
  • Die Aufsichtsführung durch einen Lehrer ist erforderlich, wenn es die Art der Aktivitäten oder das Alter der Schüler gebieten. Schüler können aber mithelfen. Soweit nicht die Aufsichtsführung durch einen Projektlehrer erforderlich ist, kann dieser in Absprache mit dem Schulleiter einen geeigneten Schüler, der jedoch das 16. Lebensjahr vollendet haben muß, mit der Aufsichtsführung beauftragen. Die Erziehungsberechtigten müssen der Beauftragung zustimmen.
  • Ob die Älteren von Euch Aufsichtsaufgaben übernehmen sollen oder nicht - in jedem Fall sollte es eine Elterninformation geben. Da sie bis zu Eurer Volljährigkeit die volle Verantwortung für Euch haben, ist es sehr wichtig, daß sie von dem Projekt wissen.
  • Aufgeschlossenheit und eine positive Einstellung zu Eurem Unternehmen wollt Ihr sicher auch im Schulumfeld erreichen. Deshalb versucht, Probleme "vorzudenken" und sie dann schon im Vorfeld zu vermeiden. Wenn Ihr z.B. einen Schülerkiosk eröffnet und damit dem Bäcker um die Ecke Konkurrenz macht, können Probleme vorprogrammiert sein. Darum fragt man ihn am besten gleich, ob eine Zusammenarbeit, z.B. die Belieferung mit Brötchen zu einem günstigen Preis, möglich ist. Konkurrenzängsten beugt man also am besten durch Kooperationsangebote vor und vor allem durch umfassende Information: Schülerfirmen sind Schulprojekte und eine besondere Form des Lernens - keine realen Firmen.
  • Zur Abwicklung Eurer Geldangelegenheiten benötigt Ihr ein eigenes Geschäftskonto. Als beste Möglichkeit hat sich erwiesen, ein Konto auf den Namen Eures Unternehmens einzurichten und zu vereinbaren, daß ein Lehrer und ein Schüler gemeinsam unterschriftsberechtigt sind. Damit erfüllt Ihr die Forderung, daß der Kontoinhaber volljährig sein muß. Da aber auch ein Schüler Mitinhaber ist, ist gleichzeitig gesichert, daß wichtige Dinge nicht vom Lehrer allein veranlaßt werden können. Um solch ein Konto einzurichten, mußten die Schülerunternehmen im Modellversuch einige Vorgespräche führen. Nicht jedes Geldinstitut zeigte sich kooperativ. Aber schließlich fand jedes Unternehmen einen Partner, meist die Sparkasse, der diese ungewöhnliche Regelung gestattete. So wird es oft sein. Nach aufgeschlossenen, risikobereiten Partnern muß man mitunter geduldig suchen. Von Vorteil für die Verhandlungen ist, wenn Ihr Euch selbst vorstellt (im Falle des Kontos natürlich gemeinsam mit Eurem Lehrer) und Euer Unternehmensprospekt und die Satzung vorlegt.


Für ein Schülerunternehmen ist es weiterhin notwendig, Bescheid zu wissen, ob Anmeldungen bei Ämtern erforderlich sind, welche Steuerarten es gibt, unter welchen Bedingungen Steuern gezahlt werden müssen usw..Im folgenden sind grundsätzliche Fragen ausgeführt, die von den derzeit gültigen Rechtsvorschriften ausgehen:
  • Rechtsstellung des Schülerunternehmens: Eine Schule nimmt die gleiche Rechtsstellung ein wie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Wenn ein Schülerunternehmen einen Jahresumsatz von mehr als 60 000 DM hat, stellt es einen Betrieb gewerblicher Art (BGA) in einer Körperschaft des öffentlichen Recht dar. (In die 60 000 DM muß die Mehrwertsteuer schon eingerechnet sein.) Ein Betrieb gewerblicher Art ist immer umsatzsteuerpflichtig.
  • Wenn Ihr weniger als 60 000 DM Umsatz im Jahr habt, stellt Euer Unternehmen keinen BGA dar und ist umsatzsteuerfrei. Diese Umsatzsteuerfreiheit müßt Ihr nachweisen können. Deswegen ist eine gewissenhafte Buchführung so wichtig. Achtet also darauf, daß Ihr unter der Summe von 60. 000 DM Umsatz bleibt !! Schülerfreundliche Preise und die langen "Betriebsferien" (Schulferien) ermöglichen das.
  • Eintragung ins Handelsregister: § 36 des Handelsgesetzes sagt aus, daß eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nicht ins Handelsregister eingetragen werden muß. Da die Schule die gleiche Rechtsstellung einnimmt wie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, besteht keine Pflicht, ein Schülerunternehmen einzutragen.
  • Anmeldepflicht beim Gewerbeaufsichtsamt: Jedes Gewerbe ist beim Gewerbeaufsichtsamt anmeldepflichtig. § 6 der Gewerbeordnung besagt jedoch, daß diese Bestimmungen keine Anwendungen auf das Unterrichtswesen finden - mit Ausnahme der Bestimmungen zum Arbeits- und Unfallschutz. Eine zwingende Anmeldepflicht für ein Schülerunternehmen besteht also nicht.
  • Nach § 1 (1) Körperschaftssteuer gesetz muß dann Körperschaftssteuer gezahlt werden, wenn ein Reingewinn von mehr als 7.500 DM pro Jahr erzielt wird. Unseren Erfahrungen nach ist diese Summe kaum zu erreichen. Eine Schülerfirma sollte also darauf achten - am besten schon bei der Preiskalkulation- daß diese Summe nicht überschritten wird.
  • Abschluß von Rechtsgeschäften: Unterschreibt nie etwas (z.B. einen Kaufvertrag), ohne daß Ihr Eure Eltern oder Euren Berater vorher gefragt habt. Für größere privatrechtliche Rechtsgeschäfte (z.B. Abschluß einer Büroversicherung) braucht der Schülervertreter des Unternehmens ohnehin eine für das Rechtsgeschäft ausgestellte Vollmacht eines Erwachsenen. Am sichersten ist es, Rechtsgeschäfte immer gemeinsam mit Eltern oder Berater abzuschließen.
  • Zur Versicherung des Eigentums der Schülerfirma könnt Ihr die Ausstattungsgegenstände, die Ihr Euch angeschafft habt, als Eigentum Eures Schülerunternehmens (1.Variante) kennzeichnen oder als Schuleigentum (2. Variante). Der Vorteil der 1. Variante ist, daß Euch Euer Eigentum nicht abgezogen werden kann. Die Ausstattungsgegenstände einer Schule werden nämlich von zentraler Stelle, dem Schulträger verwaltet. Er kann anordnen, daß Ausstattungsgegenstände einer Schule für eine andere Schule bereitgestellt werden müssen, wenn dort besonderer Bedarf besteht. Der Nachteil ist, daß Euer Eigentum dann nicht über die Schule versichert werden kann, weil das nur für Schuleigentum möglich ist. Als Schuleigentum ausgewiesen, spart Ihr die Kosten für eine eigene Versicherung, habt aber nicht das alleinige Verfügungsrecht über die Sachen.


Stellt Euch bei Fragen, die Gesetze und Vorschriften betreffen, darauf ein, daß bei den Ansprechpartnern auch Unsicherheiten und Probleme auftreten können. Schließlich sind Schülerfirmen noch immer etwas Ungewöhnliches. Viele Dinge sind am besten mit den Verantwortlichen vor Ort zu klären. Bemüht Euch immer um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und versucht, unnötige Probleme zu vermeiden. Bevor z.B. Vertreter der Hygieneinspektion unangemeldet im neuen Schülerkiosk auftauchen, kann man ihnen in Form einer netten Einladung anbieten, das Schülerunternehmen zu besuchen.

 
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